News

Geotechnische Prüfung für die neue Sternbrücke in Hamburg

Beim Ersatzneubau der Sternbrücke in Hamburg waren wir für die geotechnische Prüfung verantwortlich.

Die Dimensionen des Projekts verdeutlichen die besonderen Anforderungen an die Gründung: Die neue, rund 108 Meter lange Stabbogenbrücke wiegt etwa 3.700 Tonnen und führt vier Gleise über die Stresemannstraße und Max-Brauer-Allee. Über die Sternbrücke verkehren im regulären Betrieb rund 900 Regional-, Fernverkehrs- und S-Bahn-Züge täglich. Damit wirken neben dem Eigengewicht des Bauwerks dauerhaft hohe und wiederkehrende Beanspruchungen aus dem Eisenbahnverkehr auf Tragwerk und Gründung ein.

Eine besondere Herausforderung stellen die heterogenen und teilweise ungünstigen Baugrundverhältnisse dar. Um die Lasten der Brücke und des Eisenbahnverkehrs sicher in tragfähige Bodenschichten abzuleiten, wurde eine aufwendige Tiefgründung ausgeführt. In vier Baufeldern entstanden insgesamt 56 Bohrpfähle für die Gründungen im Bereich der neuen Widerlager und Stützwände. Die Pfähle mit einem Durchmesser von bis zu 1,50 m reichen dabei regelmäßig mehr als 35 m, in Teilbereichen sogar bis zu 47 m, tief in den Baugrund und stellen somit die robuste Gründung des neuen Brückenbauwerks sicher.

Wie anspruchsvoll das Tragverhalten des Baugrundes ist, zeigen auch die im Projekt durchgeführten statischen Pfahlprobebelastungen. An beiden Widerlagern wurden Probepfähle mit Längen von bis zu rund 42 Metern untersucht und mit einer maximalen Prüflast von 14,6 MN belastet. Ergänzende Messungen ermöglichten dabei eine differenzierte Betrachtung der Lastübertragung in den unterschiedlich tragfähigen Bodenschichten.

Im Rahmen der geotechnischen Prüfung unseres Prüfsachverständigen Herrn Dr.-Ing. SFI Christian Böttcher standen insbesondere die Nachweise der Tiefgründung, die Tragfähigkeit und das Verformungsverhalten der Gründung sowie die sichere Lastabtragung über Widerlager und Bohrpfähle in den Baugrund im Fokus. Dabei waren sowohl der Endzustand als auch unterschiedliche Bauzustände und die komplexen Schnittstellen zwischen Baugrund, Gründung und Tragwerk zu berücksichtigen.

Mit der unabhängigen geotechnischen Prüfung leistet panta einen wichtigen Beitrag zur zukünftigen technischen Sicherheit und Qualität eines der aktuell anspruchsvollsten Eisenbahninfrastrukturprojekte Hamburgs.

Wir bedanken uns hiermit auch gleichzeitig für die gute Zusammenarbeit mit allen Projektbeteiligten.

[Zurück]